Erinnerungen zu sammeln,
wie ein Schmetterling,
der mit ausgebreiteten Flügeln
die Wärme speichert
für seinen Flug
durch den Schatten.

Vom Wetterleuchten
grün gelb verhangen
ins Wankende
liest die Sternenumwobene
im Lichte der Rose
die Karten
der ruhigen Schrift
des Geomanten
verschlüsselte Formeln
unbekannter Gewässer
So bereist sie
die Meere

Die wächserne Braue
streut linienfein
ihre Dunkelheit über
den Aether,

So melodisch
die Schwingen
der Schmetterlinge,

weißgetünchter Wald,
deine Sterne tragen
bis in den Osten.

Wir sprachen von
Ast zu Ast,
in dieser Schwere
sammelten wir
das Moos
für unsere Krippen,
all dem
Zerbrochenen,
bis der Schnee
den Arm darum legte

So wie die
Melodie,
eiskristallen,
so möchte man
als Nebel
über die Felder ziehn,
die leeren Felder.
Schattenteilung,
von Schnee gesäumt,
von schwarzer Erde gesäumt.

Über Salzwiesen wandern,
dem Gebiet der
sichelgemondeten Disteln zu -
in den Höhen ein See aus
Schatten,
Unterwasserwälder spiegelnd,
dort schenken
wir uns
Splitter
von Schiefergestein.

Von einem Tal
zu einem andren Tal:

Es schnellt
der Eisvogel
zwischen
die Worte,
zischend.

Wankelmütig
der Turm:
Wir wissen.

Gedankenblass
der Nebel
auf deinem Gesicht.

Um die Stille deines Blicks
zu fangen,
dieses anderen Blicks

halte ich uns fest
justiere die Kamera
rufe mich zu dir

für die Dauer
die das Surren
des Selbstauslösers
uns anweist
stehen wir
atemlos.

Das Laub
rötet sich
sonnenfleckenartig
zu unseren Füßen,
grasgeschriebene Kastanien
die wir sammeln
wie Worte -

Deine Stimme
in meiner Erinnerung
ist schön wie
die Röte des Blatts,
getrocknet, brüchig zwischen
den Deckeln eines
Buches

Im Nirgends war der
Vogelschrei lesbar,
herbstlich liegen
die in ihrer
Gräue geschwadeten
Hochhäuser,
an Leinen flatternde
Buntheit

Block um
Block
Zeile
um Zeile

laufen
entlang
dieser Straße

Abgeschraubte Gegensprechanlagen, sinnlautweiß -
Über Herbsttage finden zu der Wanderung
Es ist alles so gesagt, man kann von den
Dingen frei sein
Unter dem himmelblauen Atlantiszelt
feiner weißer Sand
Heidehügel
laubfarbener Teppich
vor allem in den Lüften
die Herden in ihrer Abwesenheit gespeist
Familienschwärme
Hündchen
spiegelweißer Tag

Lebendiger Park

Kein Backsteingebäude vermag es
den abgegriffenen Marmor
die Bronzene Glocke
zu fassen

Durch das offene Küchenfenster weht traurig
eine salzene Wolke
gehungert trage ich die lederne Tasche heim

In blauem Rahmen ein bleierner Chagall
dessen Gesichter meine Trauer verkehren
bis nichts mehr übrig ist als das Fenster
oder das Schachbrett des Bodens
oder das Geigenspiel über den Hinterhöfen

Gestern noch sagte ich, mein größter Wunsch sei es -

Stirnengeläut über den Wäldern,
abgehörte Brust aus Wellenschäumen:

tiefenentladen verschwimmt ein Seepferdchen sich
auf dem Sand versteinerter Muscheln

im Wind die zerrissene Fahne
eines gestrandeten Eiswagens

lichtlos flirrt eine Libelle durch den
Augenblick ich sage dir das dein Wort
mich aufweckt

statthaft zum Mond verneint das Meer
die Ansprüche des Himmels und kauert
sich zurück in seine Bucht

vielleicht auch sieben Jahre blüht das
Veilchen mit meines Füllfederhalters
grüner Tinte getränkt

es ist nicht so, dass die Eremiten
ihre Sonnen vergessen hätten

Es herrscht Fotografier-
wetter,
hinter orangenen Rollos
verbringe ich
die Zeit mit Lesen,

mit dem Anschauen
des schmalen
Hölderlinbaumes,

mein Gesicht
halte
ich in den Händen wie
um es zu schonen,

manchmal lohnt es sich,
und ich denke
an das Jahr,
welches das Radio liebte,
und sein Licht oder
das Zeitzeichen,
die freie Fahrt
ins Wochenend -

um wie viel Zoll reicher
bin ich geworden
seit ich
die grünen Regale
durchforste

(A la recherche)/stattdessen.

Die Hoffnung fällt von ihm ab
wie Steine.
In der Nähe ist kein Seetang
und wenn er
über die Felder geht
in der Stadt
noch unerträglicher
Stemmen der Hände
in die Hosentaschen
wie wirkt es
wenn er über den
Schwebebalken balanciert
seiner Habseligkeiten
halb bewusst
Rinde
er bricht sie
mit dem Vertrauten.

Blühende Abgrundlosigkeit,
o ihre Angst davor!
Schauernd, unverständig,
genügt sie selbst
dem kleinsten Schicksalswink
zu teilnahmsvoller Betrachtung.
Die Kirchtürme Martinvilles,
sie nähern sich, je
schneller die Zeit -
und auch die Erinnerungen
streichen durch
die sandige Leere -
gondelgleiche Fahrten
wie über Wasser
unternimmt sie,
unbehelligt.

these days

Aufspüren der Gedanken
die im Geheimen liegen
wie eine Brombeerranke,
ich suche Schutz,
denn Gram schmerzt
wieder schlimmer.

Brennglas

Eisgraue Zukunft sie
spiegelt sich in der
Wölbung des Meeres
Gedanken strömen landeinwärts
wo die Möwen singen
bei dem Strandgut
und Träume
Netze
gesponnen aus Unerzählbarem
verwoben in ihre neue Bestimmung
ich schreibe mit
ich weine sternförmige Tränen

Blumen, die niemalstagenden,
sich im Wind wiegenden,
in ihrem Netz
aus Düften tragen sie
den Sommer an mich
heran,
jeden meiner Gedanken
auffangend

Das Manuskript

Die Sonnentage sind fortgegangen und
nach Papier greifend fühle ich das
Bilder gefunden werden müssen um das
Alltägliche das Erlebte zu verkleiden
wie das vielzitierte Gebäude
ich höre der Himmel ist blau
und denke etwas anderes
bin froh um den Wortlauf denn
er macht diesen Zustand erträglich

Assoziationen

Ich gehe entlang der Felder durch den Schnee,
es ist wie ein Abschied.
In der Nähe der Bücher stehend, betrachtend,
am nächsten Tag der grauer ist als die andern
denke ich an die Scherben aus Porzellan,
die früher auf den Wegen lagen,
an ihre Mustervielfalt und die Unmöglichkeit
des Zusammensetzens -
Du hattest das Meer, Gedanken die das Meer sangen,
der Himmel fiel ebenerdig Dir zu Füßen,
mir ähnlich.